Die neuen Kinderstars des Metal

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Können so böse wie die großen Metalbands gucken, sind aber noch nicht mal strafmündig: Unlocking The Truth aus Brooklyn.

Können so böse wie die großen Metalbands gucken, sind aber noch nicht mal strafmündig: Unlocking The Truth aus Brooklyn.

Über Pop- beziehungsweise Musikjournalisten heißt es ja seitens ihrer Kritiker oder der von ihnen Kritisierten in schöner Regelmäßigkeit, das seien doch alle bloß verkappte Musiker. Stimmt natürlich nicht, ich zum Beispiel könnte „Country Roads“ noch heute derart flüssig auf der Akustikgitarre zum Besten geben, dass man das Original beinahe erkennt. Würde der Vorwurf doch stimmen, hätte ich noch ein weiteres Problem. Nämlich, dass ich – wieder eine Unterstellung – meinen Sohn an all die Hobbys und potentielle spätere Berufe heranführen wollen würde, die mir verwehrt blieben. Und da kommt endlich eine Band mit dem Allerweltsnamen Unlocking The Truth ins Spiel.

Unlocking The Truth sind eine Metalband aus Brooklyn, deren Mitglieder nicht älter als 13 Jahre jung sind. Gitarrist und Sänger Malcolm Brickhouse, Bassist Alec Atkins und Schlagzeuger Jarad Dawkins gehen in die achte Klasse (da wollte ich noch NBA-Star werden), Metal hören sie laut eigener Auskunft seit ihrem sechsten Lebensjahr. Gegründet wurde die Band von Malcolm und Jarad, da sie keinen Bassisten kannten, brachten sie Alec aus der Vorschule das Instrument einfach bei. Am Times Square und anderen öffentlichen Plätzen spielten sie sich warm, bis sie, laut NY Daily News, Eric Claptons Drummer Steve Jordan sie dort entdeckte. Nun sind Alter und Herkunft allein zwar noch kein Qualitätskriterium, aber beides dürfte den Jungs geholfen haben, erst Spots im Vorprogramm von Guns’n’Roses und Motörhead, auf der Vans Warped Tour und beim Coachella Festival 2014 und schließlich einen Plattenvertrag bei Sony über bis zu 1,7 Millionen US-Dollar und mindestens zwei Alben zu ergattern. Hat die alt- und ausgediente Musikindustrie mal wieder eine Erfolgsgeschichte zu erzählen. Kinderstars wie Kris Kross, Michael Jackson, Justin Bieber, Hanson und Enter Shikari lassen schön grüßen.

Wie ihr Viralhit „Monster“ durchhören lässt, spielen Unlocking The Truth eine relativ zeitgemäße Version von Metalcore, sie vereinen die Präzision und ein paar Bausteine von Metal mit den melodiösen Refrains des Emocore. Die Band selbst nennt Metallica, Slipknot, Disturbed, Living Colour, Chelsea Grin, Motionless in White und Escape the Fate als Einflüsse und hat angeblich schon jetzt genug Songs für drei Alben auf Lager. Wie gut sie wirklich sind, können die Kollegen vom Metal Hammer wohl besser beurteilen. Ob die für Metalbands eher untypische Hautfarbe von Malcolm, Jarad und Alec auch eine Rolle spielte? Ja, spielt sie, wie Bandmanager Alan Sacks bereits frei raus erklärt hat. Ein Buch und ein Film über ihren Aufstieg sind angeblich bereits in Planung.

Und was mein Sohn später mal werden soll? Mir egal. Hauptsache er ist gut darin, ihm macht es Spaß, er verdient genug damit, schadet keinem ernsthaft – und wird kein Journalist.

(via Consequence Of Sound)

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