10 wahnsinnige Sorgen, die ich als werdender Vater habe

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Nein nein, nicht ich, kein Kid C. Aber mein Freund Malcolm – unter anderem verantwortlich für die schönen Headergrafiken dieses Väterblogs hier – wird bald Vater! Höchste Zeit für einen Gastbeitrag über sehr (un-)begründete Sorgen während der Schwangerschaft und darüber, wie er von seiner Frau davon erfahren hat. Ihr schafft das auch, Malcolm!

„Nein nein, alles in bester Ordnung, ich freue mich aufs Baby und bin sehr entspannt!“ Diesen Satz hat Malcolm bisher nicht gesagt. (Foto: Malcolm Bunge)

„Nein nein, alles in bester Ordnung, ich freue mich aufs Baby und bin sehr entspannt!“ Diesen Satz hat Malcolm bisher nicht gesagt. (Foto: Malcolm Bunge)

Ich unterhalte mich wirklich gerne mit Freunden über ihre Kinder und ihr Leben als Eltern. Als Hundebesitzer kenne ich mich ja ganz gut aus, deswegen tausche ich gerne Erfahrungen aus und gebe Tipps.

Von all den Geschichten und Anekdoten der vergangenen Jahre ist mir ein Satz von einem Freund ganz besonders im Gedächtnis hängen geblieben. Es war die Antwort auf meine Frage wie oft man sich als Vater Sorgen macht, wenn man Kinder hat. Seine Antwort war schlicht und erschreckend: „Von dem Moment, an dem du dein Kind zum ersten Mal in den Armen hältst, sorgst du dich ununterbrochen.”

Es stellte sich heraus: Das stimmt nämlich gar nicht. Man macht sich von dem Moment an Sorgen, an dem man dir einen positiven Schwangerschaftstest unter die Nase hält.

Krasser als das „Game Of Thrones“-Staffelfinale: So erfuhr ich von der Schwangerschaft meiner Frau

Vor fast neun Monaten kam ich von einer Geschäftsreise nach Hause und fand meine Frau mit einem „Wir müssen reden”-Gesichtsausdruck vor, der nur Ärger bedeuten konnte. Als fürsorglicher und harmoniesüchtiger Mann, der ich bin, eilte ich prompt in die Küche, um ihren Lieblingstee und ein paar Snacks zu kredenzen. Ich drapierte alles extra hübsch auf einem Tablet, legte es debil grinsend vor ihr hin und machte mich daran die letzte Folge der 7. Staffel „Game of Thrones“ zu laden, damit wir einen entspannten Abend miteinander verbringen konnten, ohne über Dinge zu reden, die ich mal wieder verbockt hatte.

Der Rechner stockte, die Internetverbindung lahmte und die Angst vor Ärger wich dem Ärger über unzuverlässige Technik. Der Blick meiner Frau brannte sich in meine Seite und ich war kurz davor den Rechner gegen die Wand zu werfen und ihr ein lautes „WAS?!” ins Gesicht zu brüllen, als sie fragte: „Malcolm, weißt du was krasser ist, als die letzte Folge ‚Game of Thrones’?” Ich antwortete: „Nichts. Absolut NICHTS ist krasser! Ich meine…”

In dem Moment, in dem sie mir den positiven Schwangerschaftstest unter die Nase hielt, wurden mir schlagartig genau zwei Dinge klar: Eine schwangere Frau ist krasser als die letzte Folge von „Game of Thrones“ – und ich mache mir ab jetzt sehr viele Sorgen:

„Frauen machen Kinder, Männer machen Sorgen“ – 10 Sorgen, die ich als werdender Vater habe:

  • Was wenn die Chemotherapie, die ich vor Jahren hatte, ihre Spuren hinterlassen hat und das Kind bei der Geburt aussieht wie Brokkoli und ich finde es so abstoßend, weil ich Brokkoli auf den Tod nicht ausstehen kann, weil es wie die verstrahlte Schwester von Blumenkohl aussieht und ich muss immer würgen, wenn ich mein Baby sehe?
  • Was wenn ich zu doll gegen den Bauch drücke und dabei eine Delle im Baby hinterlasse, die sich nie wieder verwächst und die Leute immer fragen warum mein Kind eine fingerförmige Delle im Gesicht hat und ich muss lügen und sagen, dass es genetisch ist und Gesichtsdellen in unserer Familie ganz normal sind?
  • Was wenn meine Frau den Anschnallgurt zu fest anzieht und das Baby im Bauch keine Luft bekommt und es ist mir egal, dass das so nicht funktioniert, weil man heutzutage Angst ganz offensichtlich nicht mit Fakten daherkommen kann, also was wollt ihr eigentlich von mir?
  • Was ist wenn ich das Kind nicht richtig anziehe und es eine Lungenentzündung bekommt, weil es zu klein ist, um „Mir ist kalt!” zu sagen oder es dehydriert, weil ich es zu dick angezogen habe und ich das Röcheln mit wohligen Schnurren verwechsle?
  • Was wenn ich eine Tochter bekomme und den Kot in die falsche Richtung wische, weil ich unkonzentriert bin und ich merke es erst beim nächsten Windeln wechseln, wenn die Mumu zugeeitert ist und ich muss im Krankenhaus erklären, dass ich keine Windel-Wechsel-Schulung gemacht habe, weil ich dachte, dass es schon nicht so schwer sein kann und ich verliere das Sorgerecht, weil ich offensichtlich nicht weiß in welche Richtung ich Kaka wischen muss?
  • Was wenn ich die falsche Babyschale kaufe und das Baby liegt zu lange in der Schale und bekommt einen Buckel und kann niemals Fußball spielen, weil es den Ball nicht sehen kann, wenn es von oben kommt und es stattdessen Steine von einer Autobahnbrücke wirft, weil „nach unten schauen“ das Einzige ist, was es noch tun kann?
  • Was wenn ich es falsch ernähre und ich genau DIE EINE Sache nicht zu essen gebe, die jedes Kind braucht und es Mangelerscheinungen bekommt, die ich für eine neue Mode halte, die Babys sich ausgedacht haben und ich einfach so weitermache, bis das Kind verhungert oder bei „Germany’s Next Top Model” mitmachen will?
  • Was wenn ich das Baby beim Anheben falsch anfasse und der Kopf nach hinten fällt und das Genick nur deswegen nicht bricht, weil ich blitzschnell zugreife und dabei aus Versehen ein Bein abreiße und ich muss meiner Frau das mit dem Bein erklären und sie findet es fast genauso schlimm wie ein gebrochenes Genick und sie nimmt mir das Baby weg und ich darf es niemals wiedersehen und ich 20 Jahre später ein so einsames Leben führe, dass ich sogar die Olympischen Winterspiele schaue und ich mein Kind als einbeiniges Wunderkind auf dem Snowboard wiedererkenne, aber ich darf niemandem davon erzählen, weil ich meiner Frau versprochen habe mich dem Kind nie wieder zu nähern, weil ich das andere Bein nicht auch noch abreißen soll?
  • Was wenn ich dem Kind während des Wickelns den Klebestreifen aus Versehen an den Körper hefte und ich traue mich nicht es abzureißen, weil das doch wehtut und ich habe Angst, dass meine Frau es sieht und mich zurechtweist, weil die Haut abreißen wird und ich deswegen einfach die Hose über die volle Windel anziehe und damit das Baby so nachhaltig verstöre, dass es irgendwann nach zwölf Jahren in Therapie zu dem Schluss kommt endlich den Windelklebestreifen symbolisch für die Beziehung zu dem Vater abzureißen und nie wieder mit mir zu reden?
  • Was wenn ich online von empörten Netzmuttis auseinandergenommen werde, weil ich nicht alles so mache wie sie und sie mich beschimpfen und…

Ich stehe mitten in einem Babyzubehörfachgeschäft und versuche mich gleichzeitig mit Anlauf in das Problem mit den empörten Netzmuttis zu steigern und zu verstehen wo der Unterschied zwischen einem Strampler und einem Body sein könnte. Meine Frau hält mir zwei winzig kleine Bodystrampler vor die Nase und mein Gehirn schaltet ab. Die Sicherung springt raus, um meinen Verstand vor einer Übersorgung zu schützen. Meine Frau merkt, dass ich wieder abgeschaltet habe, legt die Bodystrampler zur Seite, streichelt mir sanft übers Gesicht und sagt: „Du wirst ein toller Vater.”

Die Stimmen in meinem Kopf verstummen und für einen kurzen Moment glaube ich ihr sogar ein bisschen.

Sie dreht sich um und hält mir etwas entgegen, das wie eine Mischung aus einem Waschlappen und einem Schlafsack aussieht: „Wie findest du die Decke, Malcolm?”

“DECKE?! WOFÜR BRAUCHEN WIR SO EINE DECKE? Ist das eine spezielle Decke? Woher weiß ich wann ich die Decke benutze? Ich sehe keine Gebrauchsanleitung! Was wenn ich die Decke falschrum drauf lege und das Baby bekommt keine Luft und ich merke es zu spät und das Baby verklagt mich in 20 Jahren, weil der Sauerstoffmangel zur Folge hat, dass seine kleinen Zehen unterschiedlich groß sind und das zur Folge hat, dass es eine Traumrolle in einem Spielfilm nicht bekommt, in dem es barfuß herumlaufen muss?”

Mit Hund ist das alles doch ein bisschen anders.

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