Ein paar Versprechen, die Franziska Giffey auf der Blogfamilia 2018 Eltern gegeben hat

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Ein wichtiges Zeichen nicht nur für Elternblogger, sondern für alle Eltern und ihre Kinder: Die Familienministerin besuchte am 5. Mai 2018 die Blogfamilia 2018. Hier, was sie sagte.

Familienministerin Dr. Franziska Giffey auf der Blogfamilia 2018 (Foto: Anne Freitag)

Familienministerin Dr. Franziska Giffey auf der Blogfamilia 2018 (Foto: Anne Freitag)

Ursprünglich sollte dieser Post ein Dankesgruß an Teresa Bücker werden. Dafür, so dachte ich, dass sie den Mut und die Ehrlichkeit besessen haben würde, auf der Blogfamilia 2018 rund 180 so genannten Mamabloggerinnen (und ein paar Papabloggern) ins Gesicht zu sagen, dass viele von ihnen mal aus ihrer Flauschzone kriechen sollen. Ich werde mir damit kaum Freunde machen: Ich finde nicht vieles langweiliger als Rezepttipps, persönliche Wochenendberichte voller Rechtschreibfehler, Kettenbriefe, schlechte Fotos von egalen Motiven und ständige Gewinnspiele. Aber ich bin auch nicht Teil ihrer Zielgruppe.

>>> Was ich auf der Blogfamilia 2016 gelernt habe

Teresa Bücker auf der Blogfamilia 2018 (Foto: Anne Freitag)

Teresa Bücker auf der Blogfamilia 2018 (Foto: Anne Freitag)

Erstens aber ist der dieser Erwartungshaltung zugrunde liegende Text „Raus aus der Flauschzone – Warum mich Mamablogs nerven“ nicht von der „Edition F“-Chefredakteurin selbst, sondern von einem ihrer Community-Mitglieder geschrieben worden. Und zweitens hat Bücker diese von ihr wohl geteilte Kritik in ihrer Blogfamilia-Keynote ins Konstruktive und Positive drehen können: Doch doch, Elternblogs dürfen und sollten durchaus politischer werden, sagte sie zwar in ihrem rund 30-minütigen Vortrag, der auf „Edition F“ im leicht veränderten Wortlaut nachzulesen ist. Politisch seien sie aber schon von Natur aus – weil sie zwischen Stillproblemen, Kitasuche und Elterngeld Themen behandelten, die in der breiten Öffentlichkeit zu wenig oder gar nicht diskutiert würden. Ein anderer Dank geht trotzdem an Bücker raus: Sie forderte unter anderem weniger Arbeit für alle. Es dürfe nicht als normal gelten, dass Eltern stets am Rande der Erschöpfung stünden. Und es müsse möglich werden, mit einer 20-Stunden-Arbeitswoche mindestens sich selbst und ein Kind ernähren und die Miete zahlen zu können.

Womit wir bei Dr. Franziska Giffey wären. Die ehemalige Neuköllner Bürgermeisterin und neue SPD-Familienministerin eröffnete die Blogfamilia 2018 mit einem Grußwort, und schon ihre bloße Anwesenheit (mit ihrem Sohn) darf als Politikum verstanden werden. Die Message des Familienministeriums: Ja, wir nehmen Blogger und das Internet ernst. Ja, wir nehmen die Probleme in Deutschland lebender Eltern ernst. Und ja, wir wollen deren Situation und die der Kinder verbessern.

 

Konkret sprach Giffey etwa von ihrem Weg, sich auch im Netz Respekt zu erarbeiten, von Bloggercafés und familienpolitischen Digitalisierungsfragen  – einer „freundlichen Buzzwordsoße“, wie die „Süddeutsche Zeitung“ kommentierte. Ich dachte mir trotzdem, dass ich ein paar von Giffeys (nicht neuen) Punkten hier mal stichwortartig (und unkommentiert) festhalte. Kann ja sein, dass jemand die Familienministerin in ein paar Monaten tatsächlich mal an ihrer Arbeit messen will und nicht vorrangig an ihrer – durchaus vorhandenen – Sympathie.

Das sagte Dr. Franziska Giffey auf der Blogfamilia 2018 über…

Kinderbetreuung

  • „Ich finde das toll, dass sie heute eine Kinderbetreuung hier haben. Das ist ein gutes Signal. Wir als Familienministerium wollen in den nächsten Jahren die Kinder in den Mittelpunkt stellen.“ Als Bürgermeisterin von Neukölln habe Giffey gesehen, dass viele Kinder „ es nicht schaffen. Weil sie von zuhause aus nicht die nötige Unterstützung bekommen und weil es eben doch eine große Rolle spielt, in welche Familie ein Kind geboren ist. Wir wollen, dass es jedes Kind packt. Egal, ob in einem armen oder reichen Elternhaus geboren. Deshalb freue ich mich sehr, dass wir in den nächsten Tagen das erste Gesetz meiner Amtszeit auf den Weg bringen: das ‚Gute-Kita-Gesetz‘. Im Fachjargon heißt es Kita-Qualitäts-Entwicklungs-Gesetz, was auch noch das Kita-Qualiäts-Entwicklungs-Finanzierungs-Gesetz enthält. Wir wollen mehr Qualität in der frühkindlichen Bildung und weniger Gebühren. Wir wollen Verbesserungen in der Kindertagesbetreuung und -pflege. Kitazeit soll jedem Kind gut tun und Eltern sollen kein schlechtes Gewissen haben, wenn sie ihr Kind in eine Kita geben. Sie sollen sagen: ‚Das will ich meinem Kind nicht vorenthalten‘. Eltern sollen sich die Kinderbetreuung leisten können. Zur Qualität gehört, dass Kitas für alle zugänglich sind. Deshalb unterstützen wir die Länder dabei, zu weniger Gebühren zu kommen. Einige wollen die ersten Schritte zur Gebührenfreiheit gehen. Das geht nur mit Menschen. Fachkraftmangel ist ein großes Thema, das geht in der Ganztagsschule weiter. Die gehen wir mit an. Parallel zur Kitaförderung wird es eine Fachkräfteoffensive durch uns geben. Wir haben erstmalig vom Bund viel Geld dafür. In den nächsten drei Jahren starten wir mit 3,5 Milliarden Euro für das „Gute-Kita-Gesetz“. Wir werden nochmal 2 Milliarden Euro für die Ganztagsschulen haben. und wir wollen, dass ganz unterschiedliche Familien gefördert werden können. Für alle steckt das gleiche drin, in der Familie kümmern sich Menschen umeinander. wir wollen die…

 Vereinbarkeit von Familie und Beruf

  • …gelingen lassen und Familien auch finanziell entlasten. Deshalb wird im nächsten Jahr das Kindergeld erhöht und bei Familien mit geringen Einkünften gibt es eine Erhöhung des Kinderzuschlags: mehr Geld für Eltern mit kleinen Einkommen und für Alleinerziehende. Damit Eltern nicht in der Situation sind, in der sie sagen müssen: ‘Arbeit lohnt sich für mich nicht. wenn ich ein bisschen mehr Geld verdiene, geht der Kinderzuschlag weg und dann habe ich am Ende noch weniger als vorher.‘ Das kann nicht sein. Wir wollen Kinder vor Armut schützen. Und der beste Schutz vor Armut ist, wenn die Eltern arbeiten. Dabei wollen wir sie unterstützen.“

Elterngeld

  • „Wir wollen, dass das Elterngeld online beantragt werden kann. Ich weiß, dass mit einem Onlineantrag noch nicht alles gelöst ist. Vor Ort müssen die Kommunen ja die Bearbeitung machen. Ich kenne das von der anderen Seite und weiß: Auch da ist noch einiges zu tun. Wir wollen die Kommunen unterstützen und auch weitere Leistungen online verfügbar machen.“

Medienumgang

  • „Wo gehen Kinder hin im Netz? Was machen sie da? Wie kann man sie schützen vor Dingen, die sie nicht sehen sollten? Wir haben gerade eine große Initiative zum Thema ‚Cybermobbing‘ gestartet. Unser Kinder- und Jugendschutz ist noch ganz schön im Offlinemodus, da muss sich was ändern, da werden wir rangehen. Wir wollen, dass Kinder sicher und selbstbestimmt umgehen mit digitalen Möglichkeiten.“

Wie es über diese beiden Vorträge und einen weiteren hinaus auf der Blogfamilia 2018 war, kann ich leider kaum sagen: Nach dem Mittagessen bin ich heim, um bei strahlendem Sonnenschein noch Zeit mit meiner Frau und meinen Kindern zu verbringen. Was man aber so liest, sieht und hört (Links unten), muss die vierte Blogfamilia für ihre Besucherinnen und Besucher eine ganz schön runde Sache gewesen sein. Auch Mitveranstalter Janni Orfanidis ist zufrieden und wertet die Blogfamilia 2018 als vollen Erfolg „in jeder Hinsicht“: „Das Programm wurde super angenommen. Die Sponsoren waren voll integriert. Viele Begegnungen. Professionell und familiär“, schrieb er mir.

Eine konstruktiv gemeinte Kritik kann und will ich mir an dieser Stelle dennoch nicht verkneifen: Die Location gefiel mir gar nicht. Das in Berlin-Mitte zentral gelegene Hotel Aquino, ein Tagungszentrum der Katholischen Akademie, mag praktisch gewesen sein, glich in seinem fehlenden Charme aber all diesen gesichtslosen Sponsored Posts auf Elternblogs. Ich habe als Außenstehender gut reden, aber hey: Da müsste sich gerade in Berlin doch was Stylischeres finden lassen, das allen Ansprüchen genügt und, passenderweise, ein paar mehr Instagram-Motive abwirft.

Mehr über die Blogfamilia 2018 auf…

 

 

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One Comment

  1. Die Location hat sich für uns als perfekt gezeigt. Komplette barrierefrei, bestes Essen, offenes Foyer, später noch Foodtrucks und Plansche auf dem Hof und am Abend noch Bier mit Musike. Das nächste Mal bleibste länger und kannst dann auch die Vorteile geniessen. Danke fürs Auseinaderklamüsern, lg Alu

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