Pimpt Eure Kinderzimmer!

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Erleichternde Wahrheit für alle werdenden Eltern: Kein Kind braucht von Geburt an ein eigenes Zimmer. Wenn es irgendwann doch soweit ist, gibt es natürlich diverse Inspirationshilfen, denen man folgen kann.

Blöderweise vom darunter stehenden Wickeltisch in greifbarer Nähe: Apfelposter, Postkarten, Kuckucksuhr-Souvenir

Blöderweise vom darunter stehenden Wickeltisch in greifbarer Nähe: Apfelposter, Postkarten, Kuckucksuhr-Souvenir

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Bevor das erste Baby ins Haus steht, gibt es angeblich viel zu besorgen. Bettchen, Heizstrahler, Wickeltisch, Windeln, Erstausstattung, Mobile, Badewanne, Schaukel, Fläschchenwärmer, Schlafreserven, Ohrenstöpsel, solche Sachen. Vieles davon ist unabdingbar, stimmt, aber zumindest einen Teildruck kann ich werdenden Vätern jetzt, da die Geburt von Kid A über zwei Jahre zurückliegt, von ihren Schultern nehmen: Kein Baby gibt einen feuchten Furz darauf, ob sein Kinderzimmer fertig ist oder nicht. Geschweige denn, ob es überhaupt eines hat.

In den ersten Wochen und Monaten, da spreche ich mutmaßlich für alle jungen Mütter und Väter, pennt das Kind eh im Schlafzimmer seiner Eltern, ob nun im angedockten Babybett oder zwischen seinen Erzeugern. Ein Thema, das auf Elternblogs und -foren unter dem Begriff „Familienbett“ fast so zerberstend diskutiert wird wie Impfen, Stillen und anderswo Flüchtlingspolitik, aber das nur am Rande. Das Zimmer jedenfalls, das bis zum einstigen Geburtstermin in letzter Minute entrümpelt, gestrichen, eingerichtet und dekoriert wurde, verwaist wie Kaspar Hauser. Oder, naheliegender, wie das „Hobbyzimmer“ a.k.a. die Abstellkammer, die es vorher war. So war es jedenfalls bei uns: Gewickelt wurde die ersten Monate ob der hohen Frequenz auch nachts im eigenen Schlafzimmer, gespielt auf dem Teppich im Wohnzimmer. Das Kinderzimmer sicherte sich seine Existenzberechtigung allein als Klamottenaufbewahrungslager und als Showroom für andere Eltern, die zu Besuch kamen. „So schön eingerichtet habt Ihr das, toll!“ Ja, für Euch und uns. Dem Kind ist all das scheißegal.

Stimmung im Kinderzimmer in den ersten Monaten nach der Geburt (Symbol-GIF, via GIPHY)

Was hatten wir getan? Ein weißes Bett über eBay-Kleinanzeigen besorgt, eine antike Kommode auch. Kleine Holzkisten mit ungiftigem Lack bepinselt und an die Wand gebohrt. Darunter einen Ast als Kleiderstange aufgehangen. Aus Geschenkpapier ein paar Bilder gerahmt, andere, wie das Einhorn, auf dem Flomarkt gekauft. Überm Bettstellplatz eine David-Bowie-Maske aus der „Aladdin Sane“-Zeit drapiert, erworben während der Ausstellung 2014 im Martin-Gropius-Bau. Eine ziemlich große „Miffy“-Stehlampe bestellt. Solche Kleinigkeiten. Wer keine eigenen Ideen oder eine so kreative Frau wie ich hat, der schaut sich Einrichtungsideen, Dekotipps und Ikea-Hacks bei anderen Familien ab, auf dem Elternblog „Little Years“ zum Beispiel. Oder er lässt sich auf Seiten wie Pinterest, Tropenhaus, Etsy, DaWanda oder vor allem Homify inspirieren. Da erfährt man dann etwa nicht nur, was alles möglich ist, sondern auch, wo man die Möbel und all den Kleinkram kaufen kann. Was dann wiederum erstmal nur den Eltern gefällt, bis die Kinder größer werden. Immerhin.

Wandregal, halbwegs selbstgebaut. Für Kinder noch in unerreichbarer Höhe.

Wandregal, halbwegs selbstgebaut. Für Kinder noch in unerreichbarer Höhe.

Die zunehmende Nutzung „unseres“ Kinderzimmers passierte übrigens schleichend. Ja, für ein paar Monate schafften wir es irgendwann tatsächlich, Kid A zumindest stundenweise outzusourcen. Irgendwann am Abend holten wir ihn der eigenen Faulheit und Müdigkeit wegen dennoch stets in unser Bett, und als die Einschlafprobleme zwischenzeitlich wieder mehr wurden, gleich das ganze Babybett. Im Kinderzimmer hängen wir seitdem auf der sogenannten Lesematratze ab und gucken Bilderbücher oder hören alte Hörspiele von „Alf“ bis „Dumbo“ (oder versuchen es zumindest). Das aufgebaute Indianertipi, das Kid A in anderen Kinderzimmern und Elterncafés stets so toll fand, interessiert ihn zuhause leider nicht die Bohne. Aber hey, es sieht schön aus!

Was kommt als Nächstes? Filmkulissen? Vielleicht einfach mal nichts, schließlich hat der Junge schon jetzt so gut wie alles, was er (nicht) braucht und nicht nutzt. Sollte aber irgendwann mal ein zweites Kind ins Haus stehen, werden wir wahrscheinlich Zimmer tauschen und dem dann großen Kid A ein Hochbett spendieren, von dem aus es über Kid B regieren kann. Aber das wird dann ein anderes Kapitel.

Dieser Eintrag entstand mit freundlicher Unterstützung von Homify.

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2 Comments

  1. Kinderzimmersind echt meistens richtig langweilig. :) Lustig geschriebener Beitrag!

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